
Reaktion auf amerikanische Schutzschild-Pläne: Dimitrij Medwedjew bei der Inspektion ballistischer Raketen in Novosti
05. November 2008 Russland will wegen des von den Vereinigten Staaten in Polen und der Tschechischen Republik geplanten Raketenabwehrschildes Kurzstreckenraketen in Kaliningrad (Königsberg) aufstellen. Das teilte der russische Präsident Dmitrij Medwedjew am Mittwoch in seiner Rede zur Lage der Nation mit.
Es handele sich um Kurzstreckenraketen vom Typ Iskander, die die angrenzenden Nato-Mitgliedstaaten Litauen und Polen erreichen könnten. Medwedew machte keine Angaben darüber, wie viele Raketen in der Exklave Königsberg aufgestellt werden und ob sie mit Atomsprengköpfen bestückt werden sollen. Russland werde auch Geräte einsetzen, mit denen die geplanten amerikanischen Raketenabwehrstandorte in Polen und der Tschechischen Republik elektronisch gestört werden könnten.
Medwedjew: Hoffe auf bessere Beziehungen
Weiter nahm der Präsident Abstand von geplanten Abrüstungsmaßnahmen. Der Abbau von drei Raketen-Regimentern sei vorerst gestoppt, sagte Medwedjew, der im Fortgang seiner Rede die Amerikaner für den Krieg in Georgien in diesem Sommer sowie für die internationale Finanzkrise verantwortlich machte.