23 ноября 2001
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Russland - ein Partner mit Perspektiven

Kulmbacher Wirtschaftstag richtet Blick nach Osten: Russischer Generalkonsul sieht grosse Entwicklungspotentiale

"Wirtschaftspartner mit Zukunft - Russland und die GUS-Staaten" lautete gestern Abend das Thema des 2. Kulmbacher Wirtschaftstages im Festsaal der Plassenburg. Unser Bild zeigt (von links) den Referenten Hansjorg Muller, den Honorarkonsul der Russischen Foderation und Unternehmer Nikolaus Knauf, den russischen Generalkonsul Dr. Lew Klepatskij, Moderator Markus Feulner, IHG-Vorsitzenden Dr. Stephan Galler, Dr. Hans Kolb von der IHK, Klemens Angermann von der Wirtschaftsoffensive Landkreis Kulmbach, den Referenten Waldemar Baraulja und Landrat Klaus Peter Sollner. Foto: Hanseler

Kulmbach
Von Alexander Hartmann
Der 2. Kulmbacher Wirtschaftstag richtete gestern Abend den Blick nach Osten. "Wirtschaftspartner mit Zukunft - Russland und die GUS-Staaten" lautete das Thema der Veranstaltung, die im Festsaal der Plassenburg stattfand und bei der mit dem Generalkonsul der Russischen Foderation in Munchen, Dr. Lew Klapatskij, und dem Unternehmer und russischen Honorarkonsul Nikolaus Knauf hochkaratige Referenten sprachen.
Dass die Russische Foderation auch fur die Wirtschaft im Landkreis Kulmbach ein wichtiger Partner sei, der Perspektiven biete, sagte zu Beginn des vom Landkreis Kulmbach und von der Industrie- und Handelskammer fur Oberfranken organisierten Wirtschaftstages Landrat Klaus Peter Sollner.
Sollner erinnerte an den ersten Staatsbesuch des russischen Prasidenten Vladimir Putin in Deutschland, bei dem im September ein beidseitiges Interesse am Ausbau der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen deutlich geworden sei. Ein Zeichen in diese Richtung sollte auch der Kulmbacher Wirtschaftstag setzen, erklarte der Landrat.
"Wir werden heute keine grossen Vertrage abschliessen konnen aber Informationen uber die Strukturen in beiden Landern austauschen", sagte der Vorsitzende des Industrie- und Handelsgremiums (IHG), Dr. Stephan Galler. Russland und Deutschland hatten sich politisch wie wirtschaftlich angenahert. "Nur durch ehrliche und offene Kommunikation kommen wir weiter. Lassen Sie uns gemeinsam diese Chance nutzen, fur Russland und fur Kulmbach", so Dr. Galler.

Putin ein "Glucksgriff"
Grosse Entwicklungspotenziale sah auch Dr. Lew Klepatskij. Er ging in seinem Vortrag auf die wirtschaftliche Situation in seiner Heimat und die Perspektiven der Zusammenarbeit mit Bayern ein. Der Generalkonsul der Russischen Foderation in Munchen bezeichnete die Wahl von Vladimir Putin zum Prasidenten als Glucksgriff. Mit ihm sei der Ubergang von der "Chaos-Demokratie" zur Demokratie der Ordnung, eine Politik der nationalen Versohnung ermoglicht worden. Erfolge hatten sich schnell eingestellt. "Die politische Stabilitat ist wiederhergestellt, die Wirtschaft wiederbelebt worden - nach 15 Jahren fast permanenter Krise."
In den vergangenen beiden Jahren hatten sich die Rahmenbedingungen fur die Geschaftstatigkeit in Russland deutlich verbessert. Dr. Klepatskij sprach von der steuerlichen Entlastung der Unternehmen, von der Deburokratisierung der Wirtschaft und von gesetzlichen Massnahmen gegen die Geldwasche. "Legale Geschafte bekommen zusatzlichen Schutz." Das Investitionsklima habe sich verbessert, wozu vor allem vier Faktoren beigetragen hatten: die politische Stabilitat, die koordinierte Arbeit von Legislative und Exekutive, der "ausgewogene Staatshaushalt" und die "gewissenhafte Reduzierung der Auslandsverschuldung".
Auslandisches Kapital gehe in die Lebensmittelindustrie, in das Metall verarbeitende Gewerbe, in den Handel und in den Verkehr. Das Gesamtvolumen auslandischer Investitionen in Russland betrage zurzeit 39Milliarden Mark, wobei der Grossteil von amerikanischen und deutschen Firmen investiert werde. Dass Bayern in Deutschland der wichtigste Partner Russlands ist, sei bei den "Bayerischen Tagen" in Moskau deutlich geworden, bei denen Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu den Ausbau der Kontakte zu Russland angekundigt habe.

"Bayern hat Vertrauen"
Doch auch die Zahlen sprachen fur sich. Von 1900 deutschen Firmen, die standig in Russland arbeiten, kommt laut Dr. Klepatskij fast die Halfte aus dem Freistaat. Der bayerische Export nach Russland sei in diesem Jahr um 60 Prozent gestiegen: "Das kann als Ergebnis der Stabilitat in unserem Land und des Vertrauens der bayerischen Wirtschaft in den russischen Markt angesehen werden."
Was die Russische Foderation fur kleine und mittelstandische deutsche Unternehmer interessant macht, daruber sprach im Anschluss der geschaftsfuhrende Gesellschafter der Firma Gebruder Knauf Westdeutsche Gipswerke (Iphofen), Honorarkonsul Nikolaus Knauf. Uber sein Referat berichten wir in unserer morgigen Ausgabe ebenso wie uber den Vortrag von Waldemar Baraulja und Hansjorg Muller. Beide betreiben in Bayreuth eine Beratungsfirma, die Ost-West-Projekte betreut.

Bayerische Rundschau, 23. November 2001

http://mail.yandex.ru/message_part_proxy/Kulmbacher%20Wirtschaftstag.docuhid=1.3&mid=1142.89020040.79397808768122243217515380738&suid=89020040&name=Kulmbacher%20Wirtschaftstag.doc

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